Anbauverfahren

Anbauverfahren2020-05-01T08:50:33+00:00

Standortansprüche

Hanf ist eine einjährige, zweihäusige Pflanze. Sie ist wärmeliebend und erträgt keinen Frost. In der gemässigten Zone kann Faserhanf bis auf 1200 Meter über Meer angebaut werden. Für eine Samengewinnung reicht auf dieser Höhe die Vegetationsperiode jedoch nicht aus. Hanf hat geringe Ansprüche an den Standort. Bevorzugt gedeiht die Pflanze auf tiefgründigen, humosen Böden. Wachstumshemmend wirken sich saure Böden und Staunässe aus. Je nach Boden benötigt Hanf etwa 300 bis 500 mm Niederschlag während der Vegetationsperiode. Hanf ist sehr gut selbstverträglich und kann mehrere Jahre auf der selben Fläche kultiviert werden. Er lässt sich aber auch gut in die Fruchtfolge integrieren, speziell vor Getreide, da die Pflanze aufgrund ihrer guten Durchwurzelung eine lockere Bodenstruktur hinterlässt.

Schnellwachsend und robust

Als Nutzhanf werden verschiedene Sorten der Art Cannabis sativa verwendet. Die Aussaat erfolgt im Mai bei einer Bodentemperatur von mindestens 5 °C entweder mit einer Drillmaschine oder mit einer Einzelkornsämaschine. Die Saattiefe beträgt zwei bis vier Zentimeter. Die Jungpflanzen wachsen rasch. Wurde der Hanf gedrillt, ist schnell ein Bestandesschluss erreicht und das Unkraut wird unterdrückt, sodass in der Regel der Einsatz von Herbiziden nicht notwendig ist. Bei einer Einzelkornsaat sollte zweimal gehackt werden, um die Kultur sauber zu halten. Für eine vorrangige Fasernutzung wird eine Saatstärke von 20 bis 40 kg/ha gewählt. Steht die Samengewin-nung im Vordergrund, so wird auf 10 bis 15 kg/ha reduziert.

Hanf ist eine robuste Pflanze, die nicht anfällig für Krankheiten und Schädlinge ist. Daher kann auf Pflan-zenschutzmittelapplikationen verzichtet werden, was den Einsatz vor allem auch für den Bioanbau interessant macht. Die Pflanzen können auch im Gewächshaus vorgezogen werden und anschliessend ins Feld gepflanzt werden. Diese Methode eignet  sich auch, wenn der Hanf als Zweitkultur auf eine früh abreifende Frucht folgt, wie zum Beispiel Gerste. Somit kann mit dem Hanf neben dem Getreide eine zweite Ernte im gleichen Jahr eingeholt werden. Von Mitte Juni bis August wächst die Pflanze drei bis fünf Zentimeter pro Tag und kann schliesslich eine Höhe von gut zwei bis teilweise drei Metern erreichen, in seltenen Fällen auch mehr. Düngergaben sollten entsprechend einer ausgeglichenen Nährstoffbilanz erfolgen. Meist ist eine Versorgung mit 60 bis 120 kg N/ha ausreichend. Die Empfehlungen für P und K liegen bei 35 – 55 kg P/ha, bzw. 70 – 135 kg K/ha.